Innere Differenzierung

Jede Schüler*in hat einen individuellen Bildungshintergrund, ein individuelles Lern- und Arbeitsverhalten sowie individuelle Begabungsmuster. Deshalb sehen wir die individuelle Förderung unserer Schüler*innen als Chance und als Auftrag: „Es ist Aufgabe der Schule, alle Schülerinnen und Schüler durch differenzierte Lernangebote umfassend zu fordern und zu fördern. Besondere Begabungen, Neigungen und Benachteiligungen müssen erkannt werden und im Unterricht Berücksichtigung finden“ (Schulgesetz, Teil IV, § 14).

Je besser die Schüler*innen gefördert werden, je strukturierter sie arbeiten können und je wohler sie sich in einer Klasse fühlen, desto ertragreicher ist die Lernatmosphäre für alle und desto besser kann jedes einzelne Kind sein jeweiliges Potential entfalten.

In Form von innerer Differenzierung erhalten die Schüler*innen unserer Schule differenzierte Aufgabenangebote und Materialien, die ihren jeweiligen Bedürfnissen, Fähigkeiten und Interessen gerecht werden. Besonders in selbstständigen Übungsphasen sowie bei den Hausaufgaben bietet sich eine solche innere Differenzierung an, die nach verschiedenen Gesichtspunkten vorgenommen werden kann, z. B. Aufgabenumfang, Anforderungsniveau, Inhalt und Interesse, Lernweg und
Zugangsweise usw.

Förderung bei Lese-Rechtschreibschwierigkeiten (LRS)

Unter Lese-Rechtschreibschwierigkeiten (LRS) versteht man eine Verzögerung in der Lese Rechtschreib-Entwicklung, die nicht durch eine allgemeine Intelligenzminderung zu erklären ist. Es handelt sich dabei um eine Teilleistungsschwäche, die zur Inanspruchnahme kostenloser externer Fördermaßnahmen berechtigen kann.

Schüler*innen mit Schwierigkeiten im Bereich des Lesens und Rechtschreibens gelten nicht als Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Sie brauchen einfach mehr Zeit, um Informationen aus Texten aufzunehmen und zu verarbeiten, bevor sie selbst eine Lösung entwickeln können und um diese dann niederzuschreiben.

Eine individuelle Förderung der LRS erfordert eine genaue Beobachtung der Schüler*innen, individuelles Lehr- und Lernmaterial und kontinuierliche Ermutigung. Schüler*innen mit LRS benötigen viel Zeit, variantenreiche Übungen und viel Geduld vonseiten ihrer Lehrkräfte und Eltern.

Ab Jahrgangsstufe 7 werden stark ausgeprägte Lese-Rechtschreibschwierigkeiten durch das SIBUZ festgestellt. Die Anmeldung zur Feststellung im SIBUZ hat in der Regel bis spätestens Jahrgangsstufe 8 zu erfolgen, immer unter Bereitstellung einer schulischen Dokumentation der bislang erfolgten Maßnahmen. Beim Vorliegen einer durch das SIBUZ festgestellten und beschiedenen stark ausgeprägten Lese- und Rechtschreibschwierigkeit, die in den Jahrgangsstufen 7/8 erfolgte, ist in der
Regel bis zur gymnasialen Oberstufe keine weitere Überprüfung erforderlich.

Förderung bei Rechenstörungen (Dyskalkulie)

Unter einer Rechenstörung versteht man die Beeinträchtigung von Rechenfertigkeiten, die nicht durch eine allgemeine Intelligenzminderung zu erklären sind. Das Defizit betrifft die Beherrschung grundlegender Rechenfertigkeiten wie Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division.

Eine individuelle Förderung der Dyskalkulie erfordert eine genaue Beobachtung der Schüler*innen, individuelles Lehr- und Lernmaterial und kontinuierliche Ermutigung. Schüler*innen mit Dyskalkulie benötigen viel Zeit, variantenreiche und anschauliche Übungen und viel Geduld vonseiten ihrer Lehrkräfte und Eltern.

Über die Notwendigkeit und die Inhaltsfelder der Förderung bei Rechenstörung entscheidet die Mathematik unterrichtende Lehrkraft. Sie berücksichtigt dabei die laufenden Beobachtungen individueller Lernprozesse und den Kompetenzzuwachs der Schüler*in, in Relation zur Lernausgangslage.

Die Förderung endet grundsätzlich dann, wenn die Leistungen im Fach Mathematik den Mindestanforderungen der besuchten Jahrgangsstufe entsprechen.

Liegen bereits aus der Grundschule die Feststellung stark ausgeprägter Rechenschwierigkeiten, eine einschlägige Förderempfehlung und die Lerndokumentation vor und schließt sich die Fachlehrkraft der Sekundarstufe I dieser Einschätzung an, kann die Schulleitung auf Empfehlung der Klassenkonferenz einen Nachteilsausgleich in den Jahrgangsstufen 7–10 gewähren. Als Maßnahme des Nachteilsausgleichs in der Sekundarstufe I kommt in der Regel nur eine Verlängerung der
Arbeitszeit bei schriftlichen Lernerfolgskontrollen und Klassenarbeiten (um maximal 25%) infrage.

Förderung bei festgestelltem sonderpädagogischem Förderbedarf

Sonderpädagogische Förderung dient dem Ausgleich von Benachteiligungen. Sie dient dazu, den Schüler*innen ein hohes Maß an schulischer Eingliederung zu ermöglichen.

Sonderpädagogischen Förderbedarf gibt es in den Förderschwerpunkten: Körperliche und motorische Entwicklung, geistige Entwicklung, Sprache, Hören, Sehen, Autismus und emotionale und soziale Entwicklung.

Ein Antrag auf Feststellung eines sonderpädagogischen Förderbedarfs wird erst nach Ausschöpfung aller innerschulischen Ressourcen der allgemeinen und individuellen Förderung gestellt.

Als außerschulische Unterstützungssysteme werden sonderpädagogische, medizinische und psychosoziale Beratungsdienste einbezogen, wie z. B. das Schulpsychologische Beratungszentrum SIBUZ, das Jugendamt, der Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienst, Sozialpädiatrische Zentren (SPZ) sowie die Erziehungs- und Familienberatungsstellen.